Förderinitiative »Wissen für Entscheidungsprozesse –

Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft«

Expertisen

Zur Entstehung der Expertisen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Herbst 2001 die Förderinitiative »Wissenschaft, Politik und Gesellschaft« initiiert, deren Ziel es war, diesem Themenfeld im Kontext der Wissenschaftsforschung in Deutschland neue Impulse zu geben. Mit der Initiative war die Absicht verbunden, thematische Schwerpunktbildungen in der Wissenschaftsforschung zu fördern, um die deutsche Wissenschaftsforschung insgesamt zu konsolidieren. Dabei sollten insbesondere wissenschaftspolitisch relevante Forschungen angeregt werden, die in der deutschen Wissenschaftsforschung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (z.B. Großbritannien und Niederlande) schwächer entwickelt sind. Die wissenschaftlich-inhaltliche Betreuung der BMBF-Förderinitiative wurde von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften übernommen.

In einem ersten Schritt wurden Anfang Oktober 2001 durch eine öffentliche Ausschreibung interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgefordert, Vorschläge für Expertisen einzureichen. Die Expertisen, so war das vorgegebene Ziel, sollten Forschungsfelder für weiterführende Projekte definieren. Auf die Ausschreibung der Förderinitiative hin sind 90 Forschungsskizzen von ca. 120 in den ausgeschriebenen Themenfeldern tätigen Wissenschaftlern, darunter viele Nachwuchswissenschaftler, eingereicht worden. Zur Begutachtung wurden die Skizzen in 5 Gruppen eingeteilt:

  1. Wissenschafts- und Forschungspolitik – Zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Praxis
  2. (Neue) Formen der Wissensproduktion
  3. Externe und interne Evaluationen, Leistungsmessungen in der Wissenschaft
  4. Wissenschaft und Demokratie – zum Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit
  5. Politische Modelle der Partizipation und Verständigung.

Nach dem Begutachtungsverfahren, an dem sechs ausgewiesene Experten mitgewirkt haben, konnten zwanzig Vorschläge zur Förderung auszuarbeitender Expertisen empfohlen werden. Die Ausarbeitung der Expertisen wurde vom 1. Dezember 2001 bis zum 31. Mai 2002 gefördert. Die Expertisen sind seit 1. April 2003 auf dieser Seite in elektronischer Form publiziert und können als PDF- Dateien abgerufen werden. Sollten die Expertisen auf Wunsch der Autoren in einer Zeitschrift oder in einem Sammelband veröffentlicht werden, so wurde mit der Akademie die Vereinbarung getroffen, dass sie nach Beendigung des Verfahrens 2003 aus dem Netz genommen werden, mit einem Hinweis auf die Zweitpublikation.

Die Expertisen hatten zum Ziel, im Wettbewerb besonders relevante Themenstellungen zu umreißen, den Forschungsstand zu beschreiben und in einem interaktiven Prozeß zukünftige Forschungsfelder zu definieren. Hierzu wurden die Skizzen und Expertisen während der Bearbeitungszeit auf zwei wissenschaftlichen Foren im Februar und Juni 2002 in Berlin einem größeren Kreis von Wissenschaftsforscher/innen vorgestellt, diskutiert und mit weiteren Anregungen versehen. Als Ergebnis der in 2002 durchgeführten Sondierungsphase lassen sich vier Themenschwerpunkte (Cluster) benennen, zu denen besonderer Forschungsbedarf besteht (siehe Förderrichtlinien, Hintergrundpapier zur förmlichen Bekanntmachung).

Expertisen (Übersicht)

Prof. Dr. Gotthard Bechmann, Dr. Silke Beck
Gesellschaft als Kontext von Forschung: Neue Formen der Produktion und Integration von Wissen? – Klimafolgenforschung zwischen Wissenschaft und Politik pdf

Dr. Stefan Böschen
Science Assessment: Eine Perspektive der Demokratisierung von Wissenschaft [2]

Prof. Dr. Kathrin Braun, Svea Herrmann, M.A., Sabine Könninger, M.A.
Deliberative Modelle als Mittel der Demokratisierung von Bioethik- und Biomedizinpolitik [1] pdf

Prof. Dr. Dietrich Fürst, Dr. Jörg Knieling
Konsens-Gesellschaft und innovationsorientierte Entwicklung. Neue Modelle der Wissensproduktion und -verarbeitung (Modus2) am Beispiel der "Lernenden Region" pdf

Dr. Brigitte Geißel, Dr. Virginia Penrose
Lokale Vernetzung und Wissensintegration von Laien(-wissen) und Experten(-wissen) durch neue Partizipationsformen pdf

Dr. Jochen Gläser
Privatisierung von Wissenschaft
Druckversion: Gläser, Jochen: Privatisierung von Wissenschaft? In: Stefan Böschen / Ingo Schulz-Schaeffer (Hg.): Wissenschaft in der Wissensgesellschaft. Wiesbaden 2003, S. 55-76.

Dr. Jochen Gläser, Dr. Grit Laudel, Dr. Sybille Hinze, Linda Butler
Impact of evaluation-based funding on the production of scientific knowledge: What to worry about, and how to find out pdf

Dr. Gabriele Gramelsberger
Computersimulationen – Neue Instrumente der Wissensproduktion. Transdisziplinarität und Heterogenität der Computional Science pdf

Prof. Dr. Jost Halfmann, Falk Schützenmeister, M.A.
Problemorientierte Forschung und Schließungsprozesse der Wissenschaft: das Beispiel des Ozonlochs als Umweltproblem pdf

Dr. Frank Havemann
Bibliometrische Daten für die Debatte um den Wandel der Universität pdf

Dr. Stefan Hirschauer
Die Innenwelt des Peer Review. Qualitätszuschreibung und informelle
Wissenschaftskommunikation in Fachzeitschriften pdf

Prof. Dr. Bernward Joerges, Jörg Potthast, Dipl.Soz.
Heterogene Felder, verteiltes Wissen. Zum Verhältnis von sozialwissenschaftlicher Expertise und Management-Consulting pdf

Prof. Dr. Andreas Knie, Dr. Dagmar Simon, Dr. Bernhard Truffer, Dr. Claudia v. Grote
Wissenschaft als Cross-over-Projekt: Die Wandlung der Forschungseinrichtungen von Teilelieferanten zu Komplettanbietern pdf

Prof. Dr. Loet Leydesdorff, Dr. Andrea Scharnhorst
Measuring the Knowledge Base. A Program of Innovation Studies pdf

Prof. Dr. Sabine Maasen
Die Gesellschaftliche Disziplinarisierung Bio- und Gen-ethischer Fragen durch die politische Institutionalisierung von "Diskurs" [1] pdf

Prof. Dr. Arie Rip
Co-Evolution of Science, Technology and Society pdf

Prof. Dr. Uwe Schimank, Frank Meier, Dipl.Soz.
Neue Steuerungssysteme an den Hochschulen pdf

Dr. Peter Wehling
Weshalb weiß die Wissenschaft nicht, was sie nicht weiß ? Forschungsperspektiven einer Soziologie des wissenschaftlichen Nichtwissens [2]

Prof. Dr. Peter Weingart, Christian Salzmann, Dipl.Soz., Stefan Wörmann, Dipl.Soz.
Die gesellschaftliche Diskussion wissenschaftlichen Forschritts in den Massenmedien. Der Fall der Biotechnologie und die Biomedizin [1] pdf

Dr. Rüdiger Wink
Governance wissenschaftlichen Fortschritts: Ist die Politik überflüssig geworden? Transnationalisierung der Wissensprozesse und ihre Konsequenzen für den Umgang mit Kontroversen um Wissen [1] pdf

 

Anmerkungen:

[1] Zu den Expertisen von Fr. Braun, Fr. Maasen, Hr. Weingart und Hr. Wink gibt es einen gemeinsamen Rahmentext, der ebenfalls heruntergeladen werden kann. pdf

[2] Die Expertisen sind erscheinen in: Böschen, Stefan / Wehling, Peter (2004): Wissenschaft zwischen Folgenverantwortung und Nichtwissen. Aktuelle Perspektiven der Wissenschaftsforschung. Wiesbaden. (Inhaltsverzeichnis als pdf)

Impressum | Förderinitiative »Wissen für Entscheidungsprozesse« | Stand 29.06.2007