Förderinitiative »Wissen für Entscheidungsprozesse –

Forschung zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft«

Kurzbeschreibung

Wissenschaftliche Expertise ist eine wichtige Grundlage für individuelle und politische Entscheidungsfindung. Ist aber diese Expertise für Bürger und Entscheidungsträger leicht zugänglich, damit diese sie für ihre Meinungsbildung und Entscheidungen nutzen können? Viele Expertenkommissionen bieten Entscheidungsträgern und der interessierten Öffentlichkeit ihren Rat in Form von Hearings oder Gutachten an. Expertise findet sich aber auch in der Berichterstattung von Zeitungen, Magazinen, Hörfunk und Fernsehen. Insbesondere Nicht-Experten nutzen weniger die spezialisierten Informationsquellen, als eher die allgemeinen Massenmedien.

Allerdings ist unklar, ob die Medien ihrem Publikum Expertenwissen in einer Art und Weise vermitteln, in der es für dieses auch leicht nutzbar ist. Bei der Kommunikation wissenschaftlicher Expertise über die Medien können an mehreren Stellen im Kommunikationsprozess Probleme auftreten: im Interface zwischen Wissenschaft und Medien, bei der journalistischen Aufbereitung wissenschaftlichen Wissens und bei der Nutzung der Expertise in den Medieninhalten durch allgemeine Öffentlichkeit und Entscheidungsträger. Die Kernfrage unseres Projekts ist: Hilft medienvermittelte Wissenschaftskommunikation der Gesellschaft, den bestmöglichen Nutzen aus wissenschaftlichem Expertenwissen zu ziehen?

Als Fallstudien dienen die beiden Wissenschaftsbereiche »Stammzellforschung« und »Public Health/Epidemiologie«.

Unser Forschungsdesign nimmt folgende Aspekte des Kommunikationsprozesses ins Visier (siehe Abbildung): das Interface Wissenschaft/Öffentlichkeit, die Darstellung wissenschaftlicher Expertise in den Medien und die Nutzung medienvermittelter wissenschaftlicher Expertise durch Entscheidungsträger. Zur Untersuchung dieser Aspekte führen wir vier Teilerhebungen durch:

 

Grafische Darstellung des Projektvorhabens:

 

 

Um Deutschland mit anderen wichtigen Produzenten wissenschaftlichen Wissens zu vergleichen (USA, Japan, Großbritannien und Frankreich), führen wir die Wissenschaftlerbefragung und die Analyse der Wissenschafts-PR unter Beteiligung ausländischer Projektpartner als international vergleichende Erhebungen durch.

Unsere Forschungsergebnisse sollen auch zur Verbesserung der praktischen Wissenschaftskommunikation beitragen. Am Ende des Projekts planen wir daher in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Wissenschaftsjournalismus der Freien Universität Berlin einen Workshop für Wissenschaftskommunikatoren.

 

Laufzeit: 01.05.2004 – 31.08.2007

 

Veranstaltungen

Abschlussworkshop am 13./14.04.2007 in Berlin

 

Literatur zur Thematik

- Heinrichs, Harald (2005): »Politikberatung in den USA: Ein Vorbild für Europa?« In: Alexander Bogner / Helge Torgersen (Hg.): Wozu Experten? Ambivalenzen der Beziehung von Wissenschaft und Politik. Wiesbaden.

- Heinrichs, Harald / Petersen, Imme / Peters, Hans Peter (2006): »Medien, Expertise und politische Entscheidung: das Fallbeispiel Stammzellforschung.« In: Rüdiger Wink (Hg.): Deutsche Stammzellpolitik im Zeitalter der Transnationalisierung. Baden-Baden.

- Peters, Hans Peter / Jung, Arlena (2006): »Wissenschaftler und und Journalisten – ein Beispiel unwahrscheinlicher Co-Orientierung.« In: Winfried Göpfert (Hg.): Wissenschafts-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Berlin, S. 25-36.

- Peters, Hans Peter / Heinrichs, Harald (2005): Öffentliche Kommunikation über Klimawandel und Sturmflutrisiken. Bedeutungskonstruktion durch Experten, Journalisten und Bürger. Jülich.

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29.06.2007